pffff, nach 18 stunden - die mit der zeitverschiebung eigentlich schon 24 stunden waren - endlich in hongkong angekommen. QATAR-airlines ... hmm, wenn jemand mal vor dieser wahl steht, also das kann ich nur empfehlen.
am flughafen haben wir mal nach dem bus gesucht, der uns in die stadt bringt. das erste stueck china. obwohl hongkong ja nicht zu china gehoert, genau genommen. der busfahrer hat kein geld und kann keine tickets verkaufen, nur wenn man das geld genau hat und wer hat schon abgezaehlte 42 HKD in der tasche wenn man gerade angekommen ist. hmmm ... also zum schalter und ein ticket kaufen, und der busfahrer? der wartet einfach bis wir wieder da sind. sonderbare stadt das.
also ab in die stadt. wir wohnen sehr zentral in hongkong. inmitten dieser unglaublich geilen skyline. mhmm, wenn man das obere ende der haeuser nur mehr sehr schwer sehen kann, dann weiss man, dass man in hongkong ist. schon ein unglaublicher anblick. naja, genug der lobhudelei ...
jetlag ist was nettes, wenn man eh nicht schlafen will, also raus in die stadt, was essen. und da kommt die erste enttaeuschung. das essen in hongkong ist schlicht gesagt - schrecklich. unglaublich schwer und fett. man isst und hat sofort ein gefuehl von, hmm, wie kann man das sagen: "ich moechte nie wieder was essen muessen - bitte". als schnelles mittel gegen schlechten magen haben wir ne flasche schnaps mitgebracht. nach einer woche ist sie leer. so schlecht ist das essen hier ... :-)
die strassen sind voller menschen. es ist laengst nach mitternacht. es ist einfach immer was los in dieser stadt. hongkong ist kein teil von china, das sieht man eigentlich sofort. es koennte ein teil einer europaeischen stadt sein, oder in den usa ... aber china? den menschen ist das wichtig. china ist der ekel-feind schlechthin. die grauenvollen bilder vom platz des himmlischen friedens in peking von 1989 sind noch praesent. ausstellungen auf plaetzen zeigen davon. das ist das china, das uns einheimsen wollte ... hongkong hat nach wie vor einen sonderstatus im land, obwohl es seit 1997 wieder offiziell zu china gehoert.
hongkong oder zumindest der teil der stadt, in dem wir uns bewegen koennen scheint geld zu haben. die sportwagen-dichte ist imens. masarati/porsche und wie sie alle heissen gehoeren zum strassenbild. niemand scheint sich darueber zu wundern - nur wir. wir machen unseren ersten spaziergang durch die stadt am naechsten tag. ohne plan - wie immer. wir laufen einfach rum. dabei kommen wir in ein gebiet, das so etwas wie die automechaniker-area von hongkong zu sein scheint. offene werkstaetten, oelgeruch, ein rolls-roye der mit offener motorhaube rumsteht. ein mechaniker liegt auf der strasse unter einem 348er ferrari ... alles ganz normal ... alles nichts um sich zu wundern. also nicht wenn man die stadt schon kennt. wir staunten nicht schlecht.
hongkong ist ein steuerparadies. auch nicht gewusst vorher. es gibt keine mwst, keinen zoll, kaum einkommens-steuern in der stadt. die stadt - ein stadt-staat eigentlich mit eigener waehrung und ohne hinterland - lebt vom export er unzaehligen "made in hongkong" brands die sie ueber die welt verteilen. in den 90er jahren, lesen wir nach, wurde das bereits recht schwierig. mit der gefahr, dass china hongkong in sein territorium eingliedert, war das kapital schneller weg als man blaubeerkuchen sagen kann. mit den vertraegen von 1997 stabilisierte sich das ganze wieder. hongkong hatte seinen glanz zurueck und den leuten gefaellt er - zumindest wirken sie so. es ist gar nicht so einfach hier, die beruehmten faelschungen internationaler nobel-marken zu finden. es gibt sie, aber versteckt. viel mehr gibt es echte laeden, mit schweizer uhren, gucci, armani und wie sie alle heissen. eine shopping-party die bis tief in die nacht dauert. nun wer uns kennt, weiss das uns das nicht stoerte ... :-)
vom zimmer kann man in wenigen schritten an die bucht gehen - also wenn man die 8-spurige strasse irgendwie ueberwindet. von dort hat man den ersten blick auf die skyline von hongkong. es ist unglaublich, was sich da erhebt. eine kuenstliche natur landschaft voller lichter und glanz. da muessen wir hin.
am naechsten tag gehts mit der ubahn in den gegenueberliegenden teil am festland. hongkong besteht aus einer reihe von inseln. die wichtigste ist scheinbar hongkong-island ... naja sagt ja schon der name. der grosse teil der stadt ist jedoch mittlerweile auf dem festland und in den new-territories gebaut worden, die der stadt in den 90er jahren zugesprochen wurden. hier stand einst das hoechte bauwerk der welt. mittlerweile wurde es von singapur ueberboten und dubai ist dabei den ersten kilometer in die luft zu bauen - warum auch immer.
der anblick ist tatsaechlich atemberaubend. wir laufen durch diese umgebung wie auf einem fremden stern. fuer menschen die europaeische grossstaedte (eigenltich gibt es das ja gar nicht) gewohnt sind hoeren diese haeuser einfach nicht mehr auf. wir finden eine stelle, an der man das ganze wunderbar betrachten kann. asiatische touristen laufen rum, eine band spielt dazu, das licht der haeuser spiegelt sich im meer. es wirkt wie gelebtes sience-fiction auf mich. was immer das wieder sein soll.
die menschen sind nett in der stadt. wir stehen staendig etwas planlos in der gegend rum. es ist einfach hart, wenn man kaum mehr ein wort entziffern kann. in hongkong sprechen beinahe alle menschen englisch. aber kaum verlaesst man den sicheren pfad der grossen strassen sind die englischen beschriftungen auch schon verschwunden. man weiss dann, was es heissen muss nicht lesen zu koennen .. mhmm, man kann naemlich nichts mehr lesen. kein bar-beschriftungen ... kein gar nix.
wie sich die leute verhalten ist ein eigenes kapitel. nicht alles muss man verstehen. warum sie in kisten auf der strasse stehen wird mir noch lange ein raetsel bleiben und warum es keine motorraeder gibt erst recht.
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