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Am 19. Oktober 2005 wurde der Prozess gegen vier AktivistInnen des VolXtheaters zuende verhandelt.
Nach vier langen Verhandlungstagen, nach mehr als einem Jahr Prozessführung sprach der werte Richter sein Urteil. Schuldig, nicht im Sinne der Anklage, aber schuldig. Die Aktion war keine Amtsanmaßung aber eine Täuschung im Sinne des Gesetzes. Die Urteile selbst vielen mehr als mild aus. Ein Prozess der als besondere Groteske in die Geschichte des Bezirksgericht Lambach eingehen darf.
Als ZeugInnen wurden SchülerInnen und LehrerInnen gehört, eine Journalistin, die Vorsitzende des Festivals der Regionen, zwei Kunstsachverständige und als besonderer Leckerbissen der Herr Direktor. Die Aussagen der SchülerInnen selbst waren dabei noch am klarsten. Die jüngsten Beteiligten an der Aktion waren wohl die einzigen die auf das Spiel nicht reinfielen. So ziemlich alle erklärten in ihren Aussagen, dass sie das Theater durchschauten. Sie wunderten sich über Haare und Kleidung der angeblichen WissenschafterInnen. Sie stellten die gesamte Aktion in Frage und hielten fest: “ ... Ich hab von Anfang an gedacht, dass es sich dabei um eine Theateraktion handelt, ernst genommen hab ich das nie ...”.
Tja, so fit und schnelldenkend die Kinder auch waren, so unverständlich verhielt sich das Lehrpersonal. Nicht nur während der Aktion, auch im Prozess selbst schafften sie es, Aussagen zu treffen die wohl eher zu einem Disziplinarverfahren führen hätten sollen als, zu einer Verurteilung der TheateraktivistInnen. “Was waren das für Fragen die an die Kinder gestellt wurden?” “Das weiss ich nicht, ich hab nicht zugehört, ich hab inzwischen mit den anderen Kindern weitergespielt ... ”. “Was passierte nach dem der Direktor in die Aula kam?”, wollte der Richter weiter wissen. “Nun, das weiss ich auch nicht. Mein Dienst endete um 12.00 Uhr, das war ja schon nach 12.00.” Aha, zugehört hat sie keinen Moment. Sie übergab uns die Klassenliste und damit war ihre Pflichterfüllung auch schon getan, und mit dem Ende der Dienstzeit sind die SchülerInnen gleich ganz allein. Die “Schulfremden Personen” sind zwar noch anwesend, und wir müssen sie auch verklagen, aber die werte Frau Professor hat das nicht mehr interessiert. Ihr Dienst endete an diesem Tag ja um 12.00 Uhr. Andere Lehrkörper haben das Spiel sehr wohl durchschaut. “ ... Ich hab mitgespielt und die Theaterleute aus dem Raum geworfen. ... wir hatten ja gerade einen Workshop ... ”. Im gleichen Raum, so will uns die Staatsanwältiin in ihrem Schlussplädoyer weismachen, wurden Kinder verängstigt und beinahe missbraucht. Und dieser Lehrer hat das einfach mitangesehen? Dem wurde nicht bewusst, was hier mit seinen armen Kinderchens passiert? Ach ja er war gar nicht allein. Es war noch eine zweite Lehrerin im Raum. Der ist das auch nicht aufgefallen. “ ... Die Kinder haben gelacht ...”, sagt sie aus. “... Sie haben sich amüsiert ...”.
Ein besonderer Leckerbissen war jedoch die dümmliche Kühnheit des werten Herrn Direktor. Mit richtiger Begeisterung hüpfte er während der Aktion und auch später im Prozess von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. Bereits in seiner ersten Aussage, am ersten Prozesstag war er der Lacherfolg des Tages. Zu Beginn der Aktion gingen zwei VolXtheatermenschen in seine Kanzlei um ihn über die Aktion zu informieren. Ganz theatralisch natürlich. Es wurde ihm ein Schreiben vorgelegt, dass kurz zuvor stümperhaft hergestellt worden war. Es war eigentlich ein anderer Text, der einfach mit schwarzem Markerstift ein wenig umgestaltet wurde. Am Kopf des Schreibens fand sich eine äusserst schlechte Kopie des Staatswappens. Als Stempel diente eine Zwei-Euro Münze. Unterschrieben war das Papier, dass quasi den Befehl zur Biometrischen Datenerfassung enthielt, von einer Richterin namens Iris Scanner. Den Direktor hielt das alles nicht davon ab, an die Echtheit der Aktion zu glauben. Erst als ihm die Staatsanwältin das Papier erneut vorlegte und ihn nochmal fragte ob er das tatsächlich für glaubwürdig hielt musste er eingestehen, dass selbständiges Denken nicht zu seinen grossen Fähigkeiten zählt. Wir wären “absolut Glaubhaft” gewesen und hätten durch unser Auftreten alles getan um ihn davon zu überzeugen, dass es sich hier tatsächlich um eine Aktion des Amtes für biometrische Datenerfassung handle. Weder die schlechten Requisiten noch die Ausweisschilder mit Sonnenbrillen konnten daran rütteln. Der Direktor glaubte, was ihm vom scheinbar existierenden Amt diktiert wurde und er gefiel sich noch dazu dabei.
Weniger gefiel ihm jedoch die Art wie er von der Staatsanwältin befragt wurde. Er fühlte sich in seiner Funktion als Kronzeuge der Anklage nicht bestätigt. Natürlich sie hatte ihn auch ziemlich bloß gestellt. Sie fragte ihn, ob ihm denn nicht aufgefallen sei, dass hier von einem Paragraphen 00 geschrieben werde. Und weil er darauf wieder nicht antworten konnte fügte sie hinzu: “Selbst einem Nichtjuristen wie ihnen müsste es doch bekannt sein, dass es einen Paragraphen 00 nicht geben kann”. Das musste Folgen haben wie wir am letzten Verhandlungstag bei einer weiteren Einvernahme des Direktors mit staunenden Ohren verfolgen durften. Weil die Staatsanwältin unangenehme Fragen gestellt hatte, schrieb ihr der Direktor einen persönlichen Brief. Er wollte sie darauf aufmerksam machen, dass er ein Zeuge der Anklage sei und wohl mit gebührenden Respekt von ihr behandelt werden wollte. Dass das im Sinne eines bürgerlichen Gerichts nicht im geringsten zu ihren Aufgabe zählt war ihm einfach nicht bekannt. Muss es ja auch nicht, was weiss schon ein Schuldirektor.
Ein Resumee ist schwer, vielleicht dieses: Wenn ich um unser schlechtes Auftreten nicht selbst Bescheid wüsste, wenn ich nicht wüsste, dass Requisiten wie der Irisscanner aus einer schwarzen Schachtel und einer aufgeklebten Taschenlampe bestanden, wenn ich nicht dabei gewesen wäre, wie den SchülerInnen völlig irrelevante Fragen gestellt wurden ... Wenn ich das alles nicht selbst gesehen hätte, dann würde ich wohl davon ausgehen, dass diese Aktion hervorragend geplant und durchgeführt wurde. Tja, so ist es aber nicht, und bis heute frag ich mich wie es ein derartiges Maß an Machtgläubigkeit, vorauseilendem Gehorsam und einfacher Dummheit geben kann, an einer Schule, unter den Lehrkräften.
In seiner letzten Aussage bringt es der Herr Direktor noch einmal auf den Punkt. “Diese Leute haben unsere Einfältigkeit und unser Staatstreue ausgenützt”. Ja Herr Direktor das haben wir getan, sie haben zwei Jahre gebraucht um das auch nur halbwegs verstehen zu können und nun wären sie gut beraten darüber nochmal in aller Stille nachzudenken.
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da hab ich doch schon fast geglaubt, wien wird eine richtige stadt. denkste ... schnell hat der nationalrat "eine Novelle des Wiener Veranstaltungsgesetzes abgesegnet ... " schrecklich ...
wien wird eine richtige stadt schrieb ich vor ner weile in dieses blog. und nun gibts doch glatt schon ein eigenes gesetz gegen die liebgewonnenen huetchenspieler. endlich war mal ein bisserl leben auf den strassen. abseits von einkaufsrummel und superhektik auch mal was lustiges zu sehen. liebe leute strassenmusik, glueckspiel und kleine gaunereien gehoeren in eine stadt die von sich sagt eine metropole zu sein. alles andere ist kleinkarierte kacke die unertraegliche langweiligkeit der oesterreicherInnen. furchtbar.
was les ich dann in diesem standard-forum. wie sie sich alle ergoetzen. endlich ein gesetz gegen diesen zustand. die frage 'sogn's duerfen die des' lag ihnen ja schon allen auf den lippen. schnell her mit der exekutive und die konnte nichts tun, weil verboten war das nicht. ... nur einschreiten wenn es zu verkehrsbehinderungen kommt ;) ist ja auch ein spass auf einem gehsteig mit 7 metern breite ... ach, diese stadt wird's nie lernen.
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ja, jetzt ist es soweit. waehrend in anderen staedten die diese bezeichnung auch verdienen das leben immer auch auf der strasse stattfand, war das in wien defakto unmoeglich. aber langsam kommt schwung in diese stadt ...
auf der mariahilferstrasse nachmittags entlang zu spazieren, mag fuer viele zeitgenossInnen ein alptraum sein. fuer mich ist es etwas ganz wunderbares. ich liebe diesen raum in dem die menschen sich nur bewegen um ihren hobbies nachzugehen. in diesem fall shopping. und jetzt gibts endlich auch gluecksspiel!
in quito, rio oder istanbul kann man auf der strasse gegen profis backgammon spielen, wuerfeln oder sich mit kartentricks das geld aus den taschen ziehen lassen. in wien gabs das nie ... langweilige provinzstadt eben. sicher kennen alle dieses kleine spielchen mit der kugel und den drei huetchen. flinke finger lassen die huetchen herumwirbeln und dann soll jemand wetten unter welchem der huetchen nun die kugel versteckt ist. natuerlich ist das beschiss. es wuerde ja sonst niemand anbieten ;). aber die wiener und wienerinnen sind ein gefundenes fressen dafuer.
mal nur zusehen hab ich mir gedacht. ich kenn doch den trick, der ist doch rund um den globus der gleiche. eigentlich wird staendig beschissen. gelegentlich wird dann recht offen gespielt, so dass sicher jemand eine richtige antwort parat hat und vor den augen der verbluefften zuschauerInnenschar innerhalb von ein paar minuten 200 oder 300 euro gewinnt. jaja, echt, die spielen dieses spiel um 100euro scheine ...
also schau ich kurz zu und hab das gefuehl, ich weiss ganz genau wo die kugel ist. drei mal lieg ich falsch. drei mal haett ich einfach zahlen muessen. das waren wohl die beschissrunden. ich steige ein in das spiel. ich war mir voellig sicher, dass jetzt die runden kommen wo ich gewinnen muss. das publikum hat zwischenzeitlich wieder gewechselt und unser gluecksspielheld war sehr daran interessiert das jetzt jemand gewinnt (damit er nachher wieder abzocken kann). ich wette um 100 euro. ich seh die kugel ganz deutlich und kann einfach das huetchen in dem sie versteckt ist verfolgen. gelassen deute ich auf das mittlere huetchen. er lueftet es und siehe da, das kuegelchen ist tatsaechlich drunter. mit betonter gelassenheit ueberreicht er mir 100 euro. ich spiele weiter. die zweite runde war ein wenig schwieriger. ich bin unsicher, aber ich hab ja meinen einsatz bereits gewonnen .. easy to do ... das rechte huetchen ist es, ich bin nicht sicher, aber ich deute einfach drauf. ist ja eh egal. wollt ja nur schauen wie er versucht mich zu bescheissen. das rechte huetchen wird gelueftet. das kuegelchen kommt zum vorschein. hehe, nochmal 100 euro gewonnen. was fuer ein tag ;)
die naechste runde. wieder ziemlich unsicher. aber ich entscheide mich schnell fuer das huetchen in der mitte. uuuuund yea. wieder gewonnen. hmm, 300 euro in vielleicht 2 minuten. das ganze muss schnell gehen. ich spiele noch 2 runden. mache einen fehler muss 100 euro wieder hergeben und gewinne schliesslich noch einmal. 300 euro in der tasche. was fuer ein nachmittag. cool, oder eigentlich voll halbweges (wie mir meine nichten erklaerten, damit ich nicht mit diesem uncoolen begriff cool der welt erklaere wie wenig halbwegs ich bin).
ich verlass den ort des geschehens. ich hab gewusst, dass ich das kann. ich kenn seinen trick (hat mir mal ein ganz aehnlicher typ in la paz verraten und offensichtlich funktioniert das echt ueberall gleich) hehe, was fuer ein nachmittag ...
naja, getraut hab ich mich natuerlich nicht, und die 300 euro hat ganz wer anderer gewonnen ... aber wien wird ne richtige stadt ... ;))
[neuer Beitrag / [ spiel technix ]
here we go ... js.strg.at/und/
da hat mir eine einen floh ins ohr gesetzt mit so einem kleinen raetsel, dass eigentlich am papier in jeder kneipe geloest werden kann und das wir kurzerhand in ein kleines prograemmchen verwandelt haben. wer will darf sich versuchen ... aber vorsicht nicht kompliziert denken ... es ist alles gaaaanz einfach. wer die loesung findet, darf sie behalten ;)
[neuer Beitrag / [ spiel kirche ]
eine flasche whisky gewettet in der hoffnung, dass der neue papst mitglied des opus dei ist. und nun das ... zwar ein voellig reaktionaerer greis ... aber opus dei?
der neue papst wird der herr lustiger, meinte ein freund der dies sogar mit einer etwas strangen story zu beweisen versuchte. bereits im vorfeld natuerlich, danach weiss es ja jedeR (mequito.org/stories/446). also hielt ich dem entgegen. never ever ... der waer ja schon fast als liberal einzustufen. wir wetteten. ich wollte mich nicht auf eine bestimmte person festlegen (obwohl ich die ganze zeit diesen dummen bayern im kopf hatte) und wettete auf ein unbestimmtes mitglied des opus dei. dann kamen die weissen rauchzeichen aus der kapelle und die welt war um einen papst reicher. ratzinger, nun besser bekannt als benedigt der XVI war gewaehlt worden. ich las bei dieser gelegenheit einen text der ratzinger die antworten auf die 30 wichtigsten fragen der menschheit abverlangte. ein gefuehl wie nach einem schlechten horror-movie machte sich breit. war das tatsaechlich das 21. jahrhundert. der typ musste beim studium irgendwo im 15. jhd haengen geblieben sein. noch nicht mal eine tatsaechliche distanzierung zur inquisition brachte er ueber die lippen. also inhaltlich durchaus, dass was ich erwartet hatte. aber opus dei? dazu fand ich eigentlich nichts. der freund hatte bereits beschlossen die wette verloren zu haben. die flasche whisky war vermutlich schon auf dem post-weg von hamburg nach wien, als ich beschloss beim opus dei persoenlich nachzufragen. das wesen eines geheimbundes ist wohl, dass die mitglieder geheim sind, wurde mir von anderer stelle erklaert. klang ja alles logisch, aber ich wollte gewissheit. also schrieb ich: an wien@opusdei.at
guten tag
ich haette eine kurze frage: ist der neue papst benedikt XVI mitglied des opus dei?
mit freundlichem dank im voraus
gruess gott
gernot mayer
tagelang kam keine antwort. ich hatte es eigentlich schon aufgegeben. natuerlich, warum sollte ein geheimbund eine auskunft ueber ein mitglied geben, noch dazu wenn der gesamte kommunikationsweg nur im netz stattfindet und der zur auskunft aufgeforderte die identitaet des wissens-begehrenden ohnehin nicht feststellen kann. also gab ich das ganze auf, dachte nur noch daran, dass die flasche whisky wohl bald hier eintreffen wuerde und freute mich - mit wenig schlechtem gewissen, aufgrund des unwissens ueber das tatsaechliche wettergebnis - auf den abend mit ein paar netten freundInnen und dieser flasche ... alles toll soweit.
dann kam die antwort:
Sehr geehrter Herr Mayer!
Normalerweise gibt das Informationsbüro keine Auskunft über Mitgliedschaft zum Opus Dei. Wie bei allen ganz persönlichen Angelegenheiten ist der einzige zur Auskunfterteilung Berechtigte der Betroffene selbst. Das hat nichts mit Geheimhaltung sondern nur mit Datenschutz zu tun. Da Benedikt XVI. nun der ganzen Kirche gehört und das Opus Dei auch ein Teil der Kirche ist gehen wir davon aus, dass er nichts dagegen hat wenn wir Ihnen folgende Auskunft geben: Benedikt XVI. war nie Mitglied des Opus Dei.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Weingartner
tja, benedikt der XVI ist kollektiviert worden und war nie mitglied des opus dei. VERDAMMT!
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anonymous meint: Re: Einfältig und Staatstreu - Der Herr Direktor und das Recht
guest meint: hehe